ver.di Betriebsgruppe an der Universität Potsdam

Warnstreik an der Universität Potsdam: Beschäftigte fordern faire Tarifbedingungen

16.01.2026 | Tarifrunde TV-L 2025/26

Gestern, am 15. Januar 2026, legten u. a. Beschäftigte der Universität Potsdam im Rahmen der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) die Arbeit nieder. Protestiert wurde gegen niedrige Löhne und die unzureichende Tarifierung studentischer Beschäftigter, die bislang ohne einen Tarifvertrag beschäftigt sind. Die Gewerkschaften fordern u. a. sieben Prozent mehr Lohn bzw. mindestens 300 Euro mehr pro Monat sowie einen eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Rund 2.000 Betroffene demonstrierten hierfür vor dem Kongresshotel in Potsdam, in dem die Verhandlungen stattfinden.

Parallel zu den Verhandlungen äußerte sich Andreas Dressel, Finanzsenator von Hamburg und Verhandlungsführer der Länder, im Handelsblatt zu den Forderungen der Gewerkschaften. Dressel wies die Forderung nach einer siebenprozentigen Erhöhung im öffentlichen Dienst scharf zurück und verband dies mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld: Da die Inflation zuletzt erheblich gesunken sei – zuletzt auf rund 1,8 Prozent – müsse sich das auch in den Tarifverhandlungen widerspiegeln, sagte er. In diesem Kontext deutete er an, dass ein neuer Tarifabschluss unter dem Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) liegen sollte, da der Preisdruck im Moment gering sei.

Die Aussagen Dressels stoßen bei Gewerkschaften auf Kritik, die darauf verweisen, dass auch bei sinkender Inflationsrate Reallohnverluste durch frühere hohe Preissteigerungen ausgeglichen werden müssten – ein Punkt, der den Konflikt in den Verhandlungen weiter verschärft. Bei der Kundgebung vor dem Kongresshotel betonte Frank Werneke, Verhandlungsführer und ver.di-Vorsitzender, dass die Beschäftigten der Länder nicht weniger wert sind, als die Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes aus Bund und Kommunen, zumal die Einnahmen der Länder zuletzt um mehr als fünf Prozent gestiegen sind.

Für die möglicherweise stattfindende dritte Verhandlungsrunde braucht es also noch mehr Druck auf die Tarifgemeinschaft der Länder!

Jetzt mitmachen und